Auftaktvorträge

Die große Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“ wirft ihre Schatten voraus. In einer breit angelegten Vortragsreihe beleuchten wir ganz unterschiedliche Aspekte, in der Mainz als Aurea Moguntia im Zentrum der Macht zahlreicher Herrscherdynastien stand.

Der Eintritt zu Vorträgen und Veranstaltungen ist frei. 

Vortrag von Prof. Dr. Ludger Körntgen (Universität Mainz)

Thema: Von den "Sachsenkaisern" zu den Saliern

Vortrag von Holger Grewe M.A. (Forschungsstelle Kaiserpfalz, Ingelheim)

Thema: Das Reisekönigtum des Mittelalters und seine Paläste

Vortrag von Prof. Dr. Bernd Nicolai (Universität Bern)

Thema: Das Fortleben der Antike in Architektur und Kunst - die Formierung von Trier, Mainz und Köln als mittelalterliche Metropolen

Vortrag von Dr. Christoph Cluse (Universität Trier)

Thema: Die Judenverfolgungen des Mittelalters und die SchUM-Gemeinden

Rollen, Rollenbilder und die soziale Stellung von Frauen in den mittelalterlichen Städten am Rhein

Anmeldung und Information: Call for Papers

Vortrag von Prof. Dr. Amalie Fößel

Thema: Kaiserinnen und Königinnen im hochmittelalterlichen Reich

Vortrag von Prof. Dr. Knut Görich (Universität München)

Thema: Barbarossas Konflikte in Italien und das Mainzer Hoffest 1184

Vergangene Veranstaltungen

Vortrag von Prof. Dr. Matthias Untermann (Universität Heidelberg)
Thema: Die Bauten der SchUM-Gemeinden im christlichen Umfeld

Synagogen, Frauenschulen und Mikwen (rituelle Bäder) der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden waren, so Untermann, hochbedeutende, richtungsweisende Bauwerke der jüdischen Religion in Mitteleuropa. Sie entstanden in den wichtigsten Bischofsstädten am Rhein, zeitgleich mit den Kathedralen, Kirchen und Klöstern der christlichen Mehrheitsgesellschaft. Sowohl die Bauweise als auch die Bauformen der jüdischen Gemeindebauten entsprechen den Erfordernissen der Religion, sie zeigen aber auch deutlich, dass ihre Auftraggeber in die städtische Gesellschaft und damit in das christliche Umfeld integriert waren.

Die jüdischen Gemeinden hatten damals eine hohe Bedeutung und repräsentierten eine der wichtigen und potenten Bevölkerungsgruppen der aufstrebenden Städte in Speyer, Worms und Mainz. Teilweise wurden sie gewaltsam verfolgt, standen aber auch immer wieder unter dem Schutz der bischöflichen Stadtherren. Ihre Bauten sind anschauliche, einzigartige Zeugnisse dieser spannungsreichen Diaspora-Situation, die die Erinnerung an den Verlust des Tempels in Jerusalem wach hielt und zugleich die Teilhabe an der mittelalterlichen Stadtgesellschaft zum Ausdruck brachte.

Vortrag von Prof. Dr. Matthias Müller (Universität Mainz)

Thema: Das Weiterleben des karolingischen „sacrum palatium“ in der französischen Buchmalerei und Tapisseriekunst um 1400.

Der Vortrag von Prof. Dr. Matthias Müller (JGU Mainz) geht aus kunsthistorischer Perspektive der Frage nach, welchen Anteil mittelalterliche Herrscherpaläste, die ja Wohnsitze eines mit sakraler Autorität und Aura ausgestatteten christlichen Regenten waren, an der Aura und der Heilskraft des Sakralen besaßen und ob sie – wie Kirchenbauten – auch als sakrale Orte angesehen werden konnten. Für die Karolingerzeit lassen sich in den Quellen Hinweise auf eine solche Auffassung finden. So wird die Aachener Pfalz Karls des Großen explizit als sacrum palatium bezeichnet, genauso wie 794 der Frankfurter Königshof durch italienische Delegierte der dort tagenden Synode. Demgegenüber fehlen für die Paläste des hohen und späten Mittelalters entsprechende schriftliche Aussagen. Umso wichtiger werden für diese Zeit die bildlichen Darstellungen, in denen die Auffassung von einer sakralen Qualität irdischer Paläste weitertradiert wird, wie im Vortrag vor allem anhand von Beispielen aus der französischen Kunst des späten Mittelalters aufgezeigt werden kann.

 

 

Vortrag von Prof. Dr. Steffen Patzold (Tübingen)

Networking“ gab es auch schon im Mittelalter und das auf höchster Ebene. War die Wissenschaft lange Zeit noch davon überzeugt, dass die Aristokraten als Gegner der karolingischen Herrscher galten, so zeigen neue Erkenntnisse der Mittelalterforschung wie sehr der Kaiser und die Magnaten politisch aufeinander angewiesen waren, sich vernetzten und in einer Art Symbiose gemeinsam handelten. Allen voran Karl der Große, der auch gerne als Vater Europas bezeichnet wird.

Der hl. Martin, die Stadt, der Bischof und der Herrscher
Vortrag von Prof. Dr. Ernst-Dieter Hehl

Professor Hehl vom Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wirft einen Blick auf den Schutzheiligen Sankt Martin und auf das spannungsgeladene Beziehungsgeflecht zwischen Bischöfen und Herrschern. Er schaut sich auch heute noch sichtbare Zeichen etwas genauer an wie das Stadtprivileg unter Erzbischof Adalbert I. (1101 bis 1137) auf den Willigis-Türen des Mainzer Doms und wird so manch historisches Ereignisse unter die Lupe nehmen, das den Stellenwert von Mainz in dieser Zeit unterstreicht. 

Mogontia metropolis Germaniae – Archäologische Befunde zum mittelalterlichen Mainz
Vortrag von Dr. Marion Witteyer (Direktion Landesarchäologie, GDKE RLP)

Dr. Marion Witteyer, Leiterin der Außenstelle Mainz in der Direktion Landesarchäologie der GDKE ist es gewohnt, etwas tiefer zu graben, sie begibt sich auf Spurensuche nach dem Mainz im Mittelalter. Sie fragt sich u.a.: Was ist im heutigen Stadtbild noch sichtbar, wo finden wir Restbestände, was bleibt verborgen und wo stoßen wir auf die Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtmauer? Und wäre heute trotz dürftiger Befundlage gar eine Gesamtdarstellung des mittelalterlichen Mainz denkbar? 

Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz ein Jahr vor der Antragstellung

Mit Grußworten von Generaldirektor Dr. Thomas Metz, dem Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Konrad Wolf und der Bau- und Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Mainz, Marianne Grosse.

Vorträge:

DIE SCHUM-STÄTTEN EIN JAHR VOR DER ANTRAGSTELLUNG
Dr. Stefanie Hahn, Ministerium f. Wissenschaft, Weiterbildung u. Kultur Rheinland-Pfalz

DIE SCHUM-GEMEINDEN ALS ORTE VERDICHTETER ERINNERUNG VOM MITTELALTER BIS IN DIE NEUZEIT
Dr. Christoph Cluse, Universität Trier

BAUTEN VON AUSSERGEWÖHNLICH UNIVERSELLEM WERT - DIE MONUMENTE DER SCHUM-STÄDTE
Prof. Dr. Matthias Untermann, Universität Heidelberg

SCHUM 2019 - DIE BEDEUTUNG FÜR DIE JÜDISCHE GEMEINDE HEUTE
PD. Dr. Peter Waldmann, Jüdische Gemeinde Mainz

Vortrag von Prof. Dr. Bernd Schneidmüller, Universität Heidelberg

Thema: Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa