Über die Landesausstellung

Große Adler-/Pfauenfibel, um 1000 © GDKE, Landesmuseum Mainz (Ursula Rudischer)

Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht

9. September 2020 bis 18. April 2021

Netzwerke – Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa

Die großangelegte Landesausstellung stellt kaiserliche Persönlichkeiten und ihre jeweiligen Herrschaftsideen und -strategien vor. Sie beleuchtet erstmals die sich stetig wandelnden Netzwerke der Macht, sie blickt auf die dynamischen Beziehungsgeflechte von Herrschern und Beherrschten, von Macht und Ohnmacht, von politischen Deals, diplomatischen Manövern und folgenschweren Desastern. Anschaulich kann gezeigt werden, wie sich jeweils neue politische und gesellschaftliche Ordnungen entwickelten. Am Beginn steht die Krönung Karls des Großen (800), die zugleich die Idee des antiken Kaisertums wiederbelebte, den Abschluss bildet die Goldene Bulle (1356), ein kaiserliche Gesetzbuch zur Regelung der Wahl und Krönung von Königen und Kaisern, das bis 1806 Gültigkeit hatte.

Der Raum am Rhein – Schauplatz der Geschichte, Zentrum der Macht

"Die größte Kraft des Reiches" lag laut dem Chronisten Otto von Freising (12. Jahrhundert) im Raum am Rhein – zwischen Aachen und Basel, zwischen Metz und Frankfurt. Die Ausstellung rückt diese Region als dem Schauplatz zentraler Ereignisse der mittelalterlichen Geschichte in den Mittelpunkt. Hier entstanden, auf einer Strecke von knapp 100 Kilometern, die mächtigen Kathedralbauten von Mainz, Worms und Speyer. Hier fanden große Hof- und Reichsversammlungen sowie bedeutende Kirchensynoden statt. Hier wurden Könige gewählt und gekrönt. Im "goldenen Mainz" residierte der mächtigste Mann nach dem Kaiser und Stellvertreter des Papstes – Erzbischof Willigis. In Worms wurde das erbitterte Ringen um den Machtanspruch zwischen Kaiser und Papst mit dem Wormser Konkordat (1122) beendet. In der Kaiserpfalz in Ingelheim machten Könige und Kaiser mit Gefolge Halt, in Mainz und Worms hielten sie Hoftage und große Feierlichkeiten ab. Die drei Städte Speyer, Worms und Mainz mit ihren hoch angesehenen Talmudschulen galten über Jahrhunderte als "Wiege der Gelehrsamkeit". Unter dem Namen "SchUM" (SCHpira, Uormatia und Magenza) entwickelten sie sich im aschkenasischen Judentum zur höchsten Autorität in religiös-kultischen und rechtlichen Fragen.

Prunkvolle Zeitzeugen – herausragende Exponate

Hochkarätige Exponate und kulturhistorisch bedeutende Dokumente renommierter Leihgeber aus ganz Europa erzählen in einer nie dagewesenen Zusammenschau von den Netzwerken der Macht, vom Ringen um die Herrschaft im Mittelalter. Prunkvolle Handschriften und Zeugnisse erlesener Goldschmiedekunst, spektakuläre archäologische Funde und Urkunden, die Geschichte schrieben, vermitteln ein Bild von der herausragenden Stellung des Raums am Rhein. Es erwarten Sie das Armreliquiar Karls des Großen aus dem Pariser Louvre, die kostbare Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu, die Grabkrone der Kaiserin Gisela, die berühmte Heidelberger Liederhandschrift Codex Manesse und die zeitweise Rückkehr der Goldenen Bulle von Wien nach Mainz.

Wissenschaftlicher Beirat

  • Dr. Elsbeth Andre, Leiterin Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Direktorin des Landeshauptarchivs Koblenz
  • Dr. Leonie Becks, Leiterin Domschatzkammer Köln
  • Prof. Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Stadtarchivs Stadtarchiv Worms im Raschi Haus
  • Prof. Dr. Michael Embach, Direktor Stadtbibliothek Trier
  • Dr. Brigitta Falk, Leiterin Domschatzkammer Aachen
  • Holger Grewe, Gesamtleitung Forschungsstelle Stadtverwaltung Ingelheim, Forschungsstelle Kaiserpfalz
  • Dr. Mario Kramp, Direktor Kölnisches Stadtmuseum
  • Dr. Carla Meyer-Schlenkrich, wiss. Geschäftsführerin Forschungsstelle Geschichte Kölns, Universität zu Köln
  • Dr. Alexander Schubert, Leitender Direktor und Geschäftsführer Historisches Museum der Pfalz Speyer
  • Prof Dr. Petra Schulte, Professur für Mittelalterliche Geschichte, Uni Trier, Akademie der Wissenschaften Mainz
  • Dr. Winfried Wilhelmy, Direktor Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum
  • Prof. Dr. Claudia Zey, Professorin für 'Allgemeine Geschichte des Mittelalters', Universität Zürich

Kooperationspartner der Ausstellung und des Forschungsprojektes Stadtmodelle 

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